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Jede Brille ist ein Unikat
Wer Augenoptiker(in) werden will, muss gut sein in den mathematischen Fächern und die Sek A abgeschlossen haben. Aber dann winkt ein abwechslungsreicher Beruf mit Handwerk, Kundenkontakt und Mode.
Claudia Keller, angehende Augenoptikerin im dritten von vier Lehrjahren, kann eine Brille von A bis Z selbst herstellen. Darauf legt ihre Lehrmeisterin, Isabella Cottini von Cottini Augenoptik AG in Zollikon wert. Zwar stammen Brillengestelle von spezialisierten Firmen, und die Gläser werden als Halbfabrikate bestellt. Aber damit ist die individuelle Brille noch längst nicht fertig. Jede Brille ist ein Unikat. In der Werkstatt gibt die Augenoptikerin den Gläsern den letzten Schliff und passt sie ins Gestell ein. Das ist Präzisionsarbeit, die nur gelingt, wenn man die Apparate richtig programmieren kann und genau versteht, was man tut und worauf es ankommt.
Die theoretischen Grundlagen für das Handwerk liefert die Optik, ein Teilgebiet der Physik. In der Berufsschule heisst es deshalb hineinknien in Mathematik, Geometrie und Physik. Ganz schön streng, meint Mike Beringer, Augenoptiker im ersten Lehrjahr. Aber eben auch interessant und vielseitig, denn das Handwerk ist nur die eine Seite seines Berufs. Augenoptiker helfen den Kundinnen und Kunden auch bei der stilsicheren Wahl des Brillengestells und der geeigneten Gläser. Da braucht es Einfühlungsvermögen, modisches Flair und Farbverständnis, aber auch Verkaufsgeschick und fundiertes Wissen zum Beispiel über die für Gläser und Rahmen verwendeten Materialien.
Fachhochschule für Augenoptiker
Nach abgeschlossener Lehre stehen Claudia Keller und Mike Beringer mehrere Wege offen. Wollten sie sich selbständig machen und ein eigenes Optikergeschäft führen, hätten sie im Kanton Zürich bisher ein Meisterdiplom vorweisen müssen. Neu ist dafür die Berufsmatura mit anschliessender dreijähriger Ausbildung in Optometrie an der Fachhochschule in Olten erforderlich. Mit dem FH-Diplom in der Tasche, dürfen sie auch eigenständig Brillengläser und Kontaktlinsen anpassen.
Begehrt sind Augenoptiker(innen) zunehmend auch von Augenärzten, die sie anstelle einer Praxisassistentin einstellen und ihnen entsprechend ihrer Qualifikation zusätzliche Aufgaben übertragen. Auch in Spitälern und Blindenzentren finden Augenoptiker attraktive Stellen mit meist geregelter Arbeitszeit und Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit.
Claudia Keller und Mike Beringer haben vorerst nur ein Ziel vor Augen, den erfolgreichen Lehrabschluss. Ob sie sich danach eines Tages selbständig machen, wissen sie noch nicht. Wie in jedem Kleinbetrieb fällt auch bei Isabella Cottini viel administrative Arbeit an, die letztlich an ihr selbst hängen bleiben. Dieser hohe zeitliche Einsatz ihrer Chefin ringt den beiden jungen Leuten Respekt ab. Sie sehen ihre berufliche Zukunft eher als Mitarbeitende, die den direkten Kundenkontakt pflegen und in der Werkstatt arbeiten. So oder so, sie werden ihr Auskommen haben.
Mehr zum Beruf Augenoptiker unter www.sov.ch .
Redaktion Heidi Mühlemann, RENT A BRAIN
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